Restaurieren

Wie läuft eine Implantation ab?

Diagnostik, Kommunikation, Planung
Am Anfang steht das ausführliche Gespräch mit Ihnen und Ihrem Hauszahnarzt. Wir erfahren Ihre Wünsche und Sie die medizinischen Möglichkeiten. 

 


Nach der sorgfältigen Untersuchung, Modell- und Röntgenauswertung wird entschieden, ob eine zusätzliche 3-dimensionale Computerauswertung mittels DVT oder CT notwendig ist.

Anhand der dann zu Verfügung stehenden Unterlagen erfolgt die Diagnostik und Planung von Implantatanzahl und -größe. Weiterhin wird entschieden, ob ein zusätzlicher Knochenaufbau (= Augmentation) erforderlich ist.

CT-Planung                                             OP-Schablone                                        Artikulator


In einem zweiten Gespräch werden Ihnen Ablauf, Risiken und Kosten ausführlichst erläutert und auf dieser Grundlage ein Heil- und Kostenplan zugesandt. Sie haben so die Möglichkeit, in aller Ruhe eine entsprechende Entscheidung zu treffen. Sollte die Planung von den bisherigen Vorschlägen abweichen, informieren wir Ihren Hauszahnarzt und legen gemeinsam die neue Planung fest. So ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet, dass es zu keinen Überraschungen im Ablauf oder bei den Kosten kommt.

Operativer Eingriff


Der Eingriff ist absolut schmerzfrei und wird in 95 % aller Fälle in Lokalanästhesie durchgeführt. Eingriffe in Sedierung oder Vollnarkose sind auf Wunsch möglich.

Durch eine spezielle, minimalinvasive Schnitttechnik legen wir den Kiefer nur wenig frei und es entstehen kaum sichtbare Narben. Mit speziellen Normbohrern wird ein exakter Bohrschacht angelegt und je nach Knochenhärte ein Gewinde geschnitten. Eine ständige Kühlung mit steriler Kochsalzlösung verhindert eine Schädigung des Knochens. Das Implantat wird steril entnommen und ohne Berührung direkt in den vorbereiteten Bohrstollen eingedreht.

Wurde eine Computerplanung mit Übertragungsschablonen durchgeführt, werden diese nun verwendet, um die korrekte Position der Implantate auf den Kiefer zu übertragen. Die finale Eindrehkraft wird gemessen und danach bestimmt sich die Einheilzeit.  Wir sind dazu übergegangen, die Einheilzeiten bei guten Knochenverhältnissen deutlich zu verkürzen. Im Unterkiefer benötigen wir nur noch 8 Wochen, im Oberkiefer 12 Wochen. Bei weicherem Knochen oder zusätzlichen Knochenaugmentationen verlängert sich die Einheilzeit auf bis zu 6 Monate.

Mit einer speziellen Nahttechnik und sehr feinen Nähten wird die Wunde dicht verschlossen. Die postoperativen Beschwerden sind im Vergleich zu operativen Zahnentfernungen eher wenig ausgeprägt. 

Bohrschritte

Bohrschritte mit Vorbohrung, Normbohrung, Gewindeschneiden, steriler Implantatentnahme und Einsetzen des Implantats


Risiken und unerwünschte Ereignisse


Implantat in KieferhöhlennäheGrundsätzlich könnten anatomische Strukturen wie Kieferhöhle, Zahnwurzeln oder Nerven beeinträchtigt werden. Eine gründliche präoperative Diagnostik und Planung verringert dieses Risiko auf ca. 0,5 bis 1 %.  Aufgrund unserer schonenden, minimalinvasiven Vorgehensweise sind die typischen postoperativen Begleiterscheinungen wie Schmerzen, Schwellungen, Hämatome und Mundöffnungsbehinderungen eher gering ausgeprägt. Ausnahmen sind sehr selten.

 

Implantat in Kieferhöhlennähe

 


Darstellung der Kieferhöhle im CTFrühe Implantatverluste werden in der Literatur beschrieben. Die Einheilquote für Implantate liegt bei ca. 97 %. Weichteilentzündungen sind selten und gut beherrschbar. Sensibilitätsstörungen von Lippe und Zunge sind extrem selten und durch eine Computerdiagnostik zu 99,9 % auszuschließen. Das Risiko für den Verlust von Knochenaufbaumaterial liegt zwischen 10 bis 30 %. 

 

Darstellung der Kieferhöhle im CT

 


Voraussetzung für einen Langzeiterfolg sind neben einer sorgfältigen Planung und einem erfahrenen Operateur eine präzise prothetische Arbeit und eine exzellente Mitwirkung des Patienten bei der Mundhygiene. Nachlassende Mundhygienebemühungen führen zu Entzündungen um das Implantat herum (=Periimplantitis) und damit zu Knochenabbau und Implantatverlust.

Starke Raucher haben ein deutlich höheres Risiko für Implantatverlust und Wundheilungsstörungen. 

Kontraindikationen

Echte Kontraindikationen für einen Implantateingriff sind selten. Hierzu gehören ein schlecht eingestellter Diabetes, schwere Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselstörungen und dauerhaft immunsupprimierte Patienten. Patienten mit schweren Depressionen oder anderen schweren psychischen Störungen sollten von einer Implantation Abstand nehmen. Bei Rauchern, die mehr als 2 Packungen am Tag rauchen, sehen wir in der Regel von einer Implantation ab.

Verhalten nach dem chirurgischen Eingriff

Am wichtigsten sind Kühlung, Ruhe und Schonung des OP-Gebietes. Eine Krankschreibung durch die Zahnarztpraxis bei gesetzlich Krankenversicherten ist aufgrund der gesetzlichen Bestgimmungen seit einigen jahren nicht mehr zulässig. Neben einem wirksamen Schmerzmittel sind die Anwendung desinfizierender Spüllösungen über ca. 1 Woche und eine Putzkarenz von 3 Tagen notwendig. Dann Reinigung des OP-Gebietes vorsichtig mit einer sehr weichen speziellen Zahnbürste. Da es sich bei einem Implantat um einen Fremdkörper handelt und wissenschaftliche Studien einen signifikant positiven Effekt nachgewiesen haben, geben wir grundsätzlich ein Antibiotikum im Sinne einer Kurzzeitprophylaxe.

Am Operationstag lassen Sie sich bitte abholen. Vor dem Gesetz gelten Sie als nicht verkehrstüchtig. Denken Sie an das Besorgen weicher Kost für ca. 1 Woche. Milchprodukte sind nicht erlaubt! Sie fördern Entzündungen durch ein schnelles Bakterienwachstum. Ideal ist Babynahrung oder die Zubereitung von weichem Gemüse, Fisch und kräftigen Suppen. Hungern Sie nicht und trinken Sie viel! Ihr Körper braucht Kalorien und viel Flüssigkeit. Alkohol, starker Kaffee und Tee sind am Operationstag nicht erlaubt.

Postoperative Nachsorge

Nach dem chirurgischen Eingriff sind Sie nicht allein. Wir sind bei Bedarf über Mobiltelefon für Sie erreichbar. Nach 1 bis 2 Tagen führen wir eine Sichtkontrolle durch. In der Regel  entfernen wir bereits nach 1 Woche die Fäden. 14-tägige bis monatliche Sichtkontrollen begleiten den Heilungsprozess.

Freilegung

Freilegung

Um die prothetische Arbeit auf das Implantat schrauben zu können, ist die Eröffnung des Implantatgebietes nach der oben beschriebenen Abheilungszeit erforderlich. Mit einem winzigen Schnitt wird, nochmals in Lokalanästhesie, der Implantatkopf freigelegt und eine spezielle Einheilkappe aufgeschraubt. Das Zahnfleisch wächst um diese Kappe wie um einen Zahn herum und Ihr Hauszahnarzt kann nach 14 Tagen mit der prothetischen Versorgung beginnen. Der minimale Schnitt hat den Vorteil, dass im Gegensatz zur Freilegung und Vernichtung von Gewebe mit Laser, Stanze oder Elektrotom, das feste Zahnfleisch zur Seite gedrängt wird und so einen wirksamen Schutz des Implantates vor mechanischen und bakteriellen Belastungen bildet.

Nach einer Woche werden nochmals die Fäden entfernt. Für diesen Eingriff ist in der Regel keine Krankschreibung erforderlich.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen